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Zhu Weiqun: Warum bereitet der Westen China bei der Tibet- und Xinjiang-Frage immer wieder Schwierigkeiten?

11-05-2015 09:12
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Seit der Gründung der Volksrepublik China hat der Westen nie damit aufgehört, in Tibet sowie Xinjiang zu intervenieren. Obwohl die Beziehungen zwischen China und dem Westen nach der Öffnungspolitik Chinas insgesamt in eine positive Richtung gehen, hat der Westen solche Versuche nach wie vor nicht aufgegeben. Unter gewissen Bedingungen haben sie diese Versuche sogar verstärkt, was dazu geführt hat, dass die bilateralen Beziehungen in bestimmten Zeiten zum Stillstand gekommen oder wieder schlechter geworden sind. Dies hat China definitiv Schwierigkeiten bereitet, aber gleichzeitig dem Westen ebenso Schäden zugefügt. Warum will oder kann der Westen diesen Versuch, sich selbst und anderen zu schaden, nicht aufgeben?

Die imperialistische Politik geht weiter.
Die zwei Begriffe „Die Unabhängigkeit Tibets“ sowie „das ostturkestanisch-muslimische Land“ gelten in China als separatistisch. Beide stammen nicht aus China, sondern sind im Laufe der Invasion des Imperialismus aus dem Ausland eingeführt worden.
Der Westen hat in der Geschichte eher direkt auf die Gewalt zurückgegriffen, aber heutzutage haben sie mithilfe ihrer internationalen Wortgewalt ihre eigenen Interessen als den allgemeinen Wert verkleidet. Solange diese imperialistische machtpolitische Einstellung nicht beseitigt wird, kann das gegenseitige Vertrauen zwischen dem Westen und China nur schwer aufgebaut werden. Gleichzeitig darf China beim Schutz der eigenen Würde sowie Integrität und beim Anfang mit notwendigen Kämpfen nicht nachlässig werden. 

Die realitätsferne Shangri-La-Sage

Wegen der abgelegenen geografischen Lage des Hochlands Qinghai-Tibet und aus politischen Gründen in unterschiedlichen Geschichtsperioden hat der Westen kein objektives, vollständiges Bild von Tibet. Die westliche Gesellschaft glaubt nach wie vor fälschlicherweise daran, dass Tibet nicht von der modernen Zivilisation beeinflusst sein würde, keinen Krieg, keine Hungersnot sowie keine Verbrechen erlebt hätte, mysteriös wäre, eine uralte Intelligenz besäße und von der Außenwelt abgeschnitten wäre. Mit dem Fortschritt der chinesischen Reformen nach außen hat Tibet gegenüber dem Westen das Tor geöffnet, aber eine wissenschaftliche und parteilose Forschung des Westens über Tibet ist immer noch extrem selten. Dagegen führt eine Propaganda im Hollywood-Stil dazu, dass immer mehr Westler zu Anhängern der Shangri-La-Sage und der Lüge des Dalai Lama werden.

Die pragmatische Einstellung zu den eigenen Interessen

Die pragmatische Einstellung zu den eigenen Interessen und die politische Positionierung auf der Basis der Ideologie haben zusammen eine grundlegende diplomatische Konfiguration hervorgebracht. Das Gleiche manifestiert sich auch an der Politik der USA zur „Tibet-Frage“ sowie der „Xinjiang-Frage.“
In den 70er Jahren mussten sich die USA auf den Kalten Krieg gegen die Sowjetunion konzentrieren und sich aus dem Vietnam-Krieg zurückziehen. Dafür war die Einstellung Chinas überaus wichtig. Da war die Dalai-Clique nicht nur nutzlos, sondern beeinträchtigte auch die Verbesserung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen. Zu dieser Zeit hat das Nachdenken über die eigenen Interessen die Oberhand gewonnen.

Am 5. März 1989 kam es zu größeren Unruhen in Tibet und im Anschluss daran zum sogenannten Ereignis des 4. Juni in Peking. Danach hat es auf der Welt nacheinander gewaltige Veränderungen in der Sowjetunion und Osteuropa gegeben. Zu jener Zeit hatten die USA deutlich das Gefühl, dass der Dalai Lama sehr nützlich dafür ist, das sozialistische China ins Chaos zu stürzen und China aufzuhalten. 2008 hat der Westen gesehen, dass China die Olympiade in Beijing unbedingt erfolgreich ausrichten will. Daher vertraten sie die Meinung, dass wieder eine große Chance gekommen sei.

2008 hat die Dalai-Clique aus eigenem Antrieb Schlägereien, Sabotage, Räuberei sowie am 14. März 2008 die Brandstiftung in Lhasa inszeniert. Danach ist es in einigen westlichen Ländern vorgekommen, dass die olympische Fackel mit Gewalt gestoppt wurde. Gleichzeitig wollten die Leiter der westlichen Länder die chinesische Regierung zum politischen Kompromiss gegenüber der Dalai-Clique zwingen, indem sie China mit dem Boykott der Eröffnungszeremonie der Olympiade in Beijing drohten und China beleidigten.

Die dauerhaft schnelle Entwicklung Chinas nach der Einführung der Politik der Reform sowie der Öffnung nach außen hat den Westen in einen paradoxen Zustand versetzt: einerseits will jeder in den Schnellzug „China“ einsteigen und möglichst viel von der Entwicklung Chinas profitieren. Vor allem wollen sie sich von ihrer eigenen wirtschaftlichen und finanziellen Krise erholen; andererseits nutzen sie alle Gelegenheiten, um China aufzuhalten. Sie haben immer die Vision, China mit seinen Verhältnissen mit mehreren Volksgruppen wie in der ehemaligen Sowjetunion sowie Jugoslawien zur Auflösung zu bringen. Das liegt an der Angst und Sorge, dass China die internationalen Spielregeln und die Interessenslagen durchbricht, die der Westen anführt und festgelegt hat. Daher sieht man manche gesetzesmäßigen Phänomene: Wenn sich China stabil entwickelt, dann strömen die westlichen Staatsführer nach China, um ihre Freundschaft zu zeigen. Wenn irgendetwas in Tibet oder Xinjiang passiert, dann werden diese Politiker sofort böse und verlieren böse Worte. Das hat keinen Einfluss darauf, dass sich ihre Wut sofort in Freundschaft umwandelt, wenn wieder Ruhe in Tibet und Xinjiang einkehrt. Die Geschwindigkeit der Umwandlung ist erstaunlich.