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„Tibet-Bars“: Junge Tibeter erfinden die tibetische Küche neu

05-06-2015 14:41
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In der im Nordwesten des tibetischen Hochplateaus gelegenen historischen Stadt Xining steht der 28-jährige Gonpo Gayang jeden Tag noch vor dem ersten Hahnenschrei auf, eilt zu seinem kleinen tibetischen Restaurant, der Tibet-Bar "Amela", stellt die Stereoanlage an und beginnt seinen Arbeitstag.

Zum Reporter sagt Gonpo Gayang, dass er tiefe Gefühle für das tibetische Essen habe: "Die Besonderheiten des tibetischen Essens schützen und es vielen Menschen weltweit bekannt machen, das ist mein sehnlichster Wunsch."

Die tibetische Küche ist charakteristisch für das gesamte Qinghai-Tibet-Plateau, Tsampa-Brei, Pfannkuchen aus Hochlandgerste, Buttertee sowie Yak- und Lammfleischgerichte sind für sie typisch. Den rustikalen und vollmundigen Gerichten werden beim Kochen unter anderem Saffran, gekerbte Rosenwurz, Alpenscharten und andere Heilmittel zugegeben.

Beim Durchblättern der Speisekarte des "Amela" fällt auf, dass die Namen und Preise der Gerichte nicht nur auf Tibetisch, sondern auch auf Chinesisch und Englisch angegeben sind.

"Inzwischen sind mindestens zwei Drittel meiner 'Stammkunden' Chinesen, außerdem kommen auch eine ganze Menge in Xining lebender Ausländer häufig in mein Restaurant. Die eher schwere und fettige tibetische Küche entspricht nicht ganz den modernen Essgewohnheiten, weswegen ich immer wieder etwas Neues ausprobiere und bei vielen Gerichten mehr Gemüse und Obst zufüge", sagt Gonpo Gayang.

Es ist ein neue, moderne Art der tibetischen Küche, in der sich verschiedene Stile harmonisch zusammenfügen – und es sind auffällig viele junge Leute, die die moderne tibetische Küche weiterentwickeln.

Diese moderne tibetische Küche der Tibet-Bars hat sich schon über das tibetische Hochplateau hinaus verbreitet und erfreut sich auch im Rest Chinas größter Beliebtheit. In Beijing beispielsweise gibt es derzeit etwa zehn Tibet-Bars, und bei den meisten der Betreiber oder Manager handelt es sich um etwa 30 Jahre junge Tibeter.

Gonpo Gayangs Traum ist es, eine ganze Kette von Tibet-Bars aufzubauen. "Die Ess- und Trinkkultur muss nachsichtig und anpassungsfähig sein. Ich beobachte eine ganze Reihe berühmter Restaurantketten. Der Grund für ihren internationalen Erfolg ist der, dass sie sich schnell an die Gegebenheiten und vor allem an die Ess- und Trinkgewohnheiten des jeweiligen Landes anpassen. Durch ständiges Ausprobieren kann man auch den Reiz des tibetischen Essens herausarbeiten und es überall anbieten, so dass Menschen aus aller Welt die tibetische Küche kennen und lieben lernen."