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Der lebende Budda und sein Ensemble

19-04-2015 21:17
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„Die lange Geschichte und vielfältige Kultur dieses Gebiets inspirieren uns bei der kreativen Arbeit.“ Der lebende Buddha Ewang Danzhen hat in den letzten Jahren 11 Stücke der tibetischen Oper der Jonang-Schule in Folge geschaffen.

In der Frühe des 16. probten die Mitglieder des tibetischen Ensembles im Institut der tibetischen Oper im Kreis Zamtang des tibetischen Autonomen Bezirks Ngawa und Qiang das Stück „Trisong Detsen“. Unter der Bühne hielt Ewang Danzhen, der einen roten Kesa anhatte, mit einer gütigen Miene den Entwurf, auf dem die Bekleidung der Prinzessin Jincheng, Protagonistin von „Trisong Detsen“, gemalt war, in den Händen. Gleichzeitig nahm er die letzten Änderungen vor.

Ewang Danzhen liebt die tibetische Oper wie besessen, seit er zehn Jahre alt war. Er ist nicht nur ein sehr respektierter lebender Buddha des tibetischen Buddhismus, sondern auch Intendant, Regisseur, Drehbuchautor, Komponist und Bekleidungsdesigner des Ensembles der tibetischen Oper der Jonang-Schule des Kreises Zamtang.

„Früher brauchte man zwei bis drei Tage, um eine tibetische Oper darzubieten. Damit die tibetische Oper dem neuen Zeitalter angepasst werden kann, habe ich angefangen, Drehbücher zu schreiben. Die Dauer der Darbietungen wird zwischen zwei bis drei Stunden gehalten und sie erfolgen in Akten.“ Ewang Danzhen sagte lächelnd, dass er zusammen mit den Ensemble-Mitgliedern mit dem Wagen im Gebiet, wo die Provinz Sichuan, Gansu und Qinghai aneinander grenzten, auf Tournee gewesen sei, nachdem er sein erstes Stück „Songtsen Gampo und Prinzessin Wencheng“ geschaffen habe.

Lete, Vizeintendant des Ensembles der tibetischen Oper, lernt seit 30 Jahren von Ewang Danzhen die tibetische Oper. Dieser Erbe der tibetischen Oper der Jonang-Schule, der lockige Haare und eine bräunliche Haut hat, konnte sich sehr genau an die damaligen Darbietungen des Stückes „Songtsen Gampo und Prinzessin Wencheng“ erinnern. „Wenn bewegende Szenen vorkamen, kamen weinende Zuschauer an die Bühne und gaben uns Obst und Walnüsse. Die ganze Bühne war von Almosen bedeckt.“

Die tibetische Oper wurde als „lebende Geschichte der tibetischen Kultur“ gelobt. Die tibetische Oper der Jonang-Schule hat nach einer 500-jährigen Tradierung und Entwicklung die unterschiedlichen Merkmale der traditionellen tibetischen Oper und der tibetischen Oper von Amdo miteinander kombiniert. Dadurch ist eine einzigartige Schule der tibetischen Oper entstanden.

Als er anfangs die tibetische Oper lernte, mussten die Schauspieler zu Berggipfeln und Bächen gehen, um ihre Stimme zu trainieren, damit sie klangvoller wurde. Das heutige Ensemble der tibetischen Oper kann mit der digitalen Technik die authentischen Geräusche des Wasserfließens, des Vogelzwitscherns und des Windwehens zuerst aufnehmen und nachbearbeiten, um sie dann als Hintergrundmusik für die tibetische Oper zu nutzen. Bei den Darbietungen gibt es auch moderne, elektronische Geräte wie Lampen, Sprühgeräte etc.

„Zurzeit hat das Ensemble der tibetischen Oper zwei Stücke, die zweisprachig dargeboten werden. Darüber hinaus werden die Darbietungen auf CDs gespeichert und vertrieben. Dass mehr Leute unsere tibetische Oper kennenlernen, ist unser Traum.“ Lete hat unter der Bühne sein Gesicht weiß angemalt und würde sich der Probe von „Trisong Detsen“ anschließen.

Die über 40 Mitglieder des Ensembles der tibetischen Oper der Jonang-Schule sind meistens einheimische Mönche sowie Nomaden. Im Alltag praktizieren die Mönche den Buddhismus in Klöstern und die Nomaden verrichten zu Hause landwirtschaftliche Arbeit. Bei Darbietungen kommen sie zusammen, um zu proben. „Egal, ob es im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter ist, genügt ein Anruf des Ensembles, damit die Mitglieder auf der Stelle herbeieilen, weil wir nicht nur die tibetische Oper darbieten, sondern auch die Geschichte sowie Kultur der Tibeter tradieren“, sagte Ewang Danzhen mit einem Lächeln.

(Editor:Soong)