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Kinder von Wanderarbeitern leiden unter mangelndem Sicherheitsgefühl

19-06-2015 23:42
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In China werden etwa 61 Millionen Kinder von ihren Eltern, die zur Arbeitssuche in die Städte ziehen, auf dem Land zurückgelassen. Eine Studie zeigt, dass diese Kinder deutlich nervöser und unsicherer sind als Kinder, die bei ihren Eltern aufwachsen.

Ein Zentrum für Kinder-Wohlfahrt hat am Donnerstag in Beijing eine Studie über den psychologischen Zustand von Kindern veröffentlicht, die in den ländlichen Gebieten Chinas zurückbleiben, wenn die Eltern als Wanderarbeiter in die Städte ziehen. Das Zentrum hat im vergangenen Jahr eine Umfrage in sechs Dörfern durchgeführt. Die Umfrage umfasst Themen wie „Kommunikationen zwischen Eltern und Kindern“, „Schulleben und außerschulisches Leben“ oder „der emotionale Zustand des Kindes“. Insgesamt wurden 2131 Fragenbögen ausgewertet.

Unter den 1054 getrennt von ihren Eltern auf dem Land lebenden Kindern haben 11,1 Prozent die Möglichkeit, ihre Eltern drei bis vier Mal pro Monat zu sehen. 32,7 Prozent sehen ihre Eltern mehr als fünf Mal im Jahr, 11,7 Prozent drei bis vier Mal. 29,4 Prozent können ihre Eltern lediglich ein bis zwei Mal im Jahr treffen und 15,1 Prozent haben ihre Eltern im vergangenen Jahr überhaupt kein einziges Mal zu Gesicht bekommen. In China gibt es derzeit etwa 61 Millionen auf dem Land zurückgebliebene Kinder. So gerechnet können etwa 18 Millionen Kinder ihre Eltern im Verlauf eines Jahres nur ein oder zwei Mal sehen. 9,2 Millionen Kindern bietet sich überhaupt keine Chance, ihre Eltern zu treffen.

Der Umfrage zufolge zeigen alle Kinder, die ihre Eltern nicht mindestens alle drei Monate treffen können, deutliche Anzeichen von Nervosität. Li Yifei, Psychologie-Professorin an der Beijing Normal University, sagt, dass der „unruhige Zustand“ der Kinder deutlich verringert werden könnte, wenn diese ein oder zwei Mal pro Woche mit den Eltern in Kontakt treten können.