Startseite>Nachrichten

Produktionsrückgang könnte Wirtschaftswachstum bedrohen

26-08-2015 01:41
(German.people.cn) vergrößern +

Durch Ereignisse wie die Explosionen in Tianjin oder die großangelegten Firmenschließungen anlässlich der Militärparade könnte die Wachstumsrate zusätzlich verlangsamt werden und die Einhaltung des angestrebten Wachstumszieles in weitere Ferne rücken.

Eine stockende industrielle Produktion birgt weitere Abwärtsrisiken im Hinblick auf das chinesische Wirtschaftswachstum und könnte internationale Investoren abschrecken, in naher Zukunft neue Verpflichtungen einzugehen.

Wirtschaftswissenschaftler haben angedeutet, dass das Wachstum der Industrieproduktion sich im August weiter verlangsamen und sogar unter das Tief von sechs Prozent im Juli fallen könnte.

Die Explosionen in Tianjin und die großangelegten Firmenschließungen im Vorlauf der Feierlichkeiten zum 70-jährigen Ende des Zweiten Weltkrieges haben die industrielle Produktion im Sommer massiv gestört.

Vor dem Hinblick, dass die Vorablesung des Purchase Manager Index laut gemeinsamen Angaben der Indexanbieter Markit Group Ltd und Caixin Media Co Ltd vom Freitag von 47,8 Prozent der Endablesung aus dem Monat Juli auf 47,1 Prozent abgerutscht ist, ist es wahrscheinlich, dass sich die Industrieproduktion des Landes zu einem sechs-Monats-Tief im August zusammenzieht.

Ausgaben, Bestellungen, Exportaufträge und die Beschäftigungskomponente haben alle gravierende Rückgänge verzeichnet und befinden sich auf dem niedrigsten Niveau seit 2009.

Laut He Fan, Chefökonom der Caixin Insight Group sind dies alles Anzeichen dafür, dass die chinesische Wirtschaft sich immer noch im Prozess der Bodenbildung befindet.

Chinas Aktienkurse waren beim Börsenschluss am Freitag um 4,27 Prozent gefallen und im Verlauf des Montags weiter um fast 9 Prozent eingebrochen, was den stärksten Rückgang seit dem Jahr 1996 darstellt.

Die schleppenden Produktionsdaten vom Freitag haben die weltweiten Sorgen hinsichtlich Chinas Wirtschaftswachstums verstärkt, zumal sie darauf hinweisen, dass industrielle Überkapazitäten und eine schwache Nachfrage weiterhin eine große Herausforderung darstellen.

Es verbreitet sich die Sorge, dass sich die vertiefende Verlangsamung der zweitgrößten Volkswirtschaft auf den globalen Markt ausgewirkt haben könnte. In den USA brachen die wichtigsten Aktienindizes am Freitag um mehr als drei Prozent ein und verzeichneten damit den größten Tageseinbruch der vergangenen vier Jahre.

Auch asiatische Aktien haben seit der Währungsabwertung der Volksrepublik am 11. August mit Einbußen zu kämpfen und seit Ende der Woche herrscht nach einer Welle an Wettbewerbsabwertungen in der Region Bärenmarkt.

Ökonomen warnen davor, dass die jüngsten Schwankungen auf dem asiatischen Devisenmarkt und Chinas schwache Wachstumsdynamik Kapitalabflüsse beschleunigen sowie ausländische Direktinvestitionen in naher Zukunft nach unten ziehen könnten und somit der Druck auf die Realwirtschaft zusätzlich erhöht wird.

Zhu Haibin, Chefökonom bei JPMorgan Chase & Co, sagt, dass die temporäre Schließung von luftverschmutzenden Industrien in Nordchina im Vorfeld der Militärparade anlässlich des 70-jährigen Endes des Zweiten Weltkrieges die Produktionstätigkeit im August zusätzlich verlangsamt.

Dennoch ist die Regierung gewillt, die Luftverschmutzung für das am 3. September in Beijing stattfindende Großereignis zu regulieren. Ähnliche Maßnahmen wurden bereits anlässlich des APEC-Gipfels im November 2014 unternommen.

Dies wird dazu führen, dass sich die politischen Entscheidungsträger Ende August noch größeren Herausforderungen gegenübersehen werden, die weitere aggressive Maßnahmen erfordern, um das Wachstum vor dem Hintergrund einer abgeschwächten Exportrate, rückläufiger Infrastrukturinvestitionen und fortlaufenden Rückgängen im Immobiliensektor zu stabilisieren